
Industrie braucht grüne Prozesswärme
Die Abhängigkeit der Wärmenutzung von der Branche ist signifikant: Im Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen werden etwa 50 Prozent des gesamten Endenergiebedarfs für Raumwärme aufgewendet, während in der Industrie die Nutzung von Prozesswärme mit einem Anteil von zwei Dritteln überwiegt. Obwohl das Gebäudeenergiegesetz Investitionsanreize für Raumwärme schafft, mangelt es an solchen für Prozesswärme, laut KfW Research. Die Dekarbonisierung der industriellen Prozesswärme stellt eine der Hauptaufgaben dar, um die Klimaneutralität in der Industrie zu erreichen.Kein Anschluss ans H-Netz? Dann wird nicht investiert
Der Bericht zeigt mehrere Schwachstellen auf: Hohe Investitionskosten und die Unsicherheit über die langfristige Verfügbarkeit von grünem Strom und Wasserstoff sowie der notwendigen Infrastruktur, wie Anschlüsse an das Wasserstoffnetz, stellen für Unternehmen Hindernisse dar. Hinzu kommt, dass sich relevante Technologien noch in der Erprobungsphase befinden und erst auf einen industriellen Maßstab hochskaliert werden müssen. Politische Instrumente, wie die kürzlich eingeführten Klimaschutzverträge und der von der EU beschlossene CO2-Grenzausgleichsmechanismus, könnten einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität der Industrie leisten. Um die notwendige Planungssicherheit für Investitionen zu gewährleisten, ist es zudem erforderlich, den Ausbau erneuerbarer Energien, Stromnetze und Wasserstoffinfrastruktur schnell voranzutreiben.